Die Sonne sicher beobachten

Eine Sonnenfinsternis ist ein beeindruckendes Erlebnis. Doch beim Blick zur Sonne ist geeigneter Schutz unverzichtbar. Auch wenn ein Teil der Sonnenscheibe vom Mond verdeckt wird, kann das verbleibende Sonnenlicht die Augen dauerhaft schädigen.

Mit einer geprüften Sonnenfinsternis-Brille, einem fachgerecht ausgerüsteten Teleskop oder einer indirekten Projektionsmethode lässt sich das Ereignis sicher verfolgen.

Wichtig: Die Sonne darf niemals ohne geeigneten Schutz direkt beobachtet werden. Auch bei einer partiellen Sonnenfinsternis wie am 12. August 2026 bleibt der Blick in die Sonne gefährlich.

Auf einen Blick

Gefährlich

Normale Sonnenbrille
(auch mehrere übereinander)
geschwärztes Glas
CDs oder DVDs
Fotografischer Film
Röntgenbilder
Schweißerschutzglas unbekannter Schutzstufe

Geeignet

Sonnenfinsternis-Brille
Sonnenfilterfolie für optische Geräte, fachgerecht befestigt!
Indirekte Projektion
z. B. mit Lochkamera oder Guckson

Beschädigte, eingerissene, zerkratzte oder locker sitzende Filter dürfen nicht verwendet werden. Kinder nur unter Aufsicht verwenden lassen!

Wie kann ich eine Sonnenfinsternis sicher beobachten?

Sonnenfinsternis-Brille

Foto einer Sonnenfinsternis-Brille

Mit einer geeigneten Sonnenfinsternis-Brille kannst du die verschiedenen Phasen der Finsternis direkt verfolgen. Verwende ausschließlich Brillen oder Sichtgeräte, die der Norm ISO 12312-2 entsprechen und somit für die direkte Sonnenbeobachtung vorgesehen sind.

Kontrolliere die Filterfolie vor der Benutzung. Ist sie zerkratzt, eingerissen, durchlöchert oder löst sie sich aus der Fassung, darf die Brille nicht mehr verwendet werden.

Setze die Brille auf, bevor du zur Sonne blickst und wende den Blick zuerst ab, bevor du sie abnimmst. Kinder sollten bei der Benutzung beaufsichtigt werden. Eine normale Brille bleibt auf; die Sonnenfinsternis-Brille wird davor gehalten.

Wo bekomme ich eine Sonnenfinsternis-Brille?

Geprüfte Sonnenfinsternis-Brillen sind bei unserer öffentlichen Beobachtungsaktion am 12. August 2026 erhältlich. Weitere Orte in Emden und Ostfriesland sind derzeit in Planung. Sobald Orte und Ausgabezeiten feststehen, ergänzen wir sie an dieser Stelle.


Ferngläser, Teleskope und Kameras

Sonnenteleskope mit Filtern vor der jeweiligen Objektivöffnung © Hannes Hase-Bergen
Sonnenteleskope mit Filtern vor der jeweiligen Objektivöffnung.
Foto © Hannes Hase-Bergen

Ferngläser und Teleskope zeigen deutlich mehr Einzelheiten. Für die direkte Sonnenbeobachtung dürfen sie jedoch nur mit einem dafür geeigneten Sonnenfilter verwendet werden. Der Filter muss sicher vor dem Objektiv, also an der sonnenzugewandten Seite des Geräts, befestigt sein. Bei einem Fernglas müssen beide Objektive geschützt werden.

Die Sonnenprojektion mit einem Teleskop war früher weit verbreitet. Sie eignet sich jedoch nicht für jedes Instrument und kann je nach Bauart und verwendeten Materialien Schäden verursachen. Für Laien empfehlen wir daher die Beobachtung mit geeigneten Sonnenfiltern vor der Objektivöffnung.

Auch Kameras benötigen einen dafür geeigneten Sonnenfilter sicher vor dem Objektiv. Eine Sonnenfinsternis-Brille ist nicht als Kamerafilter ausgelegt.

Eine Sonnenfinsternis-Brille vor den Augen schützt nicht beim Blick durch ein ungefiltertes Fernglas oder Teleskop. Sie darf auch nicht vor ein Kameraobjektiv gehalten werden. Die Optik bündelt das Sonnenlicht und kann den Filter sowie die Augen schwer beschädigen.


Indirekte Beobachtung

Bei einer Projektion blickst du nicht direkt zur Sonne, sondern betrachtest ihr Abbild auf einer Fläche.

Lochkamera

Eine Lochkamera ist eine einfache Möglichkeit der Projektion: Das Sonnenlicht fällt durch eine kleine Öffnung und erzeugt auf einer hellen Projektionsfläche ein Bild der teilweise verfinsterten Sonne.

Stelle dich dabei mit dem Rücken zur Sonne und sieh niemals durch die Öffnung hindurch. Auch die Zwischenräume eines Küchensiebs oder zwischen den Blättern eines Baumes können während der Finsternis viele kleine Sonnensicheln auf den Boden projizieren.

Foto eines selbstgebastelten Gucksons
Selbstbau-Version mit schwarzer Pappe statt Farbe. Foto © Lars Rose

Guckson

Auch mit einem sogenannten Guckson lässt sich die Sonne indirekt beobachten. Dabei wird das Sonnenlicht über geschwärzte Glasflächen stark abgeschwächt reflektiert. Wichtig: Auch bei dieser Methode darf niemals direkt in die Sonne geblickt werden.

Warum falscher Schutz gefährlich ist

Auch wenn die Sonne während einer Finsternis weniger hell erscheint, kann das verbleibende Sonnenlicht die Netzhaut in kurzer Zeit dauerhaft schädigen. Die Verletzung bleibt zunächst häufig unbemerkt und kann zu bleibenden Sehstörungen führen.

Verschwommenes Sehen, dunkle oder blinde Flecken im zentralen Blickfeld, eine veränderte Farbwahrnehmung oder starke Lichtempfindlichkeit können auf eine Schädigung der Netzhaut hinweisen. Solche Beschwerden können auch erst einige Stunden später auftreten und sollten zeitnah augenärztlich abgeklärt werden.

Teleskope und Ferngläser bündeln das Sonnenlicht stark. Dadurch können im Brennpunkt hohe Temperaturen entstehen, die Filter, Okulare oder andere Bauteile beschädigen können.

Was gilt bei einer totalen Sonnenfinsternis?

Auch bei einer totalen Sonnenfinsternis darf der Augenschutz während der partiellen Phasen nicht abgenommen werden. Lediglich während der kurzen Totalität, wenn die Sonne vollständig vom Mond bedeckt ist und die Korona sichtbar wird, darf die Sonnenfinsternis-Brille kurz abgenommen werden.

Erfahre mehr zum Thema Sonne

Du möchtest die nächste Finsternis selbst beobachten oder mehr über unseren Stern erfahren? Hier geht es weiter:

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