Am 12. August 2026 stand in Emden eine partielle Sonnenfinsternis bevor. Gemeinsam mit der Hochschule Emden/Leer luden wir deshalb zu einem öffentlichen Beobachtungsabend auf den Friesenhügel ein. Während der Mond in Ostfriesland rund 85 Prozent der Sonnenscheibe bedeckte, waren einige Mitglieder unseres Astronomie Club Ostfriesland bereits nach Spanien gereist, um dort die totale Sonnenfinsternis zu erleben (Mehr erfahren).
Dank einer Ausnahmegenehmigung konnten wir Pavillons, Tische, Bänke und unsere Teleskope mit einem Bulli auf den Friesenhügel transportieren. Bevor es losgehen konnte, sammelten wir zunächst zahlreiche Flaschen und weiteren Müll ein, den Besucher dort zurückgelassen hatten – schließlich liegt der Friesenhügel in einem Naturschutzgebiet.
Sonnenfinsternisbrillen heiß begehrt
Besonders groß war die Nachfrage nach unseren Sonnenfinsternisbrillen. Viele Besucher berichteten, dass diese in den Geschäften bereits seit Wochen ausverkauft waren und sie den Tipp bekommen hatten, bei uns noch welche zu bekommen.
Wir gaben die Brillen gegen eine Spende ab. Manche Besucher nahmen gleich mehrere für Familie oder Freunde mit. Bereits etwa eineinhalb Stunden vor Beginn der Sonnenfinsternis waren sämtliche Brillen vergriffen. Mit so einer großen Nachfrage hatten wir nicht gerechnet.

In einem improvisierten, abgedunkelten Zelt wurde mit einem Teleskop das Bild der Sonne auf eine kleine Leinwand projiziert. Dadurch konnten mehrere Personen gleichzeitig eine 50 cm große Sonnenscheibe mit einigen kleinen Sonnenflecken betrachten und verfolgen wie sich der Mond langsam vor die Sonne schob.
Von vielen Besuchern wurde große Begeisterung geäußert. Viele Kinder saßen zeitweise auf dem Boden und schauten gespannt auf die Leinwand als würden sie einen Kinofilm sehen.
Der Mond schiebt sich vor die Sonne
Als die Sonnenfinsternis schließlich begann, war die Begeisterung auf dem gesamten Friesenhügel spürbar. Die Besucher richteten ihre Blicke zur Sonne – natürlich ausschließlich mit Sonnenfinsternisbrillen oder durch unsere entsprechend ausgerüsteten Teleskope.
Da viele unserer Instrumente keine motorische Nachführung besitzen, mussten sie regelmäßig von Hand neu auf die Sonne ausgerichtet werden. Unsere Mitglieder vom Astronomie Club Ostfriesland und die Beteiligten der Hochschule waren deshalb ständig an den Teleskopen im Einsatz.
Nach und nach schob sich der Mond immer weiter vor die Sonnenscheibe. Vor den Okularen bildeten sich lange Schlangen, doch die Besucher warteten geduldig auf ihren Blick auf die teilweise verfinsterte Sonne. Viele versuchten außerdem, mit dem Smartphone ein Erinnerungsfoto durch das Teleskop aufzunehmen.
Besonders schön war die Begeisterung der Kinder. Für viele war es der erste Blick durch ein Teleskop überhaupt – und entsprechend groß waren Staunen und Freude.
Gegen 20:08 Uhr erreichte die Sonnenfinsternis ihren Höhepunkt. Rund 85 Prozent der Sonnenscheibe waren nun vom Mond bedeckt. Zu diesem Zeitpunkt war der Andrang an den Teleskopen besonders groß.
Astronomie zum Anfassen
Auch die Medien begleiteten den Abend, führten Interviews, filmten die Beobachtung und hielten die große Zahl der Besucher auf dem Friesenhügel fest.
Daneben entstanden viele Gespräche rund um Astronomie, Teleskope und Astrofotografie. Unsere Mitglieder erklärten, wie eine Sonnenfinsternis entsteht, welche Technik bei der Beobachtung zum Einsatz kommt und wie Astrofotografie funktioniert.
Einige Gäste interessierten sich dabei auch für unseren Verein. Vielleicht dürfen wir den einen oder anderen bei einem zukünftigen Vereinsabend wieder begrüßen.
Ein besonderer Abend in Emden
Auch nach der größten Verdeckung blieben viele Besucher auf dem Friesenhügel und verfolgten, wie die Sonne langsam wieder vollständig hinter dem Mond hervorkam. Erst mit dem Ende der Sonnenfinsternis leerte sich der Platz allmählich.
Für uns war es ein rundum gelungener Beobachtungsabend. Menschen jeden Alters teilten gemeinsam ihre Begeisterung für dieses besondere Himmelsschauspiel – und genau solche Momente zeigen, wie faszinierend Astronomie sein kann, wenn man sie gemeinsam erlebt.

















